this post was submitted on 30 Mar 2025
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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Das Sammelbecken auf feddit.org für alle Deutschsprechenden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und die zwei Belgier. Außerdem natürlich alle anderen deutschprechenden Länderteile der Welt.

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Für länderspezifische Themen könnt ihr euch in folgenden Communities austauschen:

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[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 7 points 4 days ago (1 children)

Wir reden über Geld als wäre es Ressourcen. Geld ist eine Verteilung, Geld ist ein Wettkampf.

Wenn 1000€ existieren und du hast 500 und ich hab 500 dann haben wir gleich viel Kaufkraft. Wenn der Staat dir dann 1000€ an Förderung gibt und mir 500€ dann habe ich nicht mehr, sondern weniger Kaufkraft.

Das reichste % hat so viel vom Vermögen dass sie über passives Einkommen langsam aber sicher alle Kaufkraft aufsaugen. Deswegen sind alle Anlagewerte nahe dem Höchststand: Immobilien, Gold, Aktien, .. usw. Das derzeitige System zwingt Reiche ihr Geld zu investieren, und sie treiben damit alle Leute die nicht ähnlihc reich sind aus dem Bereich raus wo sie um die Ressource mitkämpfen können.

Wenn ich 20 MRd. € habe und 5% darauf kriege, dann hab ich 1 MRd € pro Jahr um Häuser zu kaufen und Staatsanleihen die mir helfen noch mehr vom Kuchen an mich zu reißen.

Egal wie viel du investierst, du wirst nicht mit den Mitteln und Strategien (Anlagebüros, Investmentfonds, Lobbying, ...) der Reichsten mithalten können und die Vermögenswerte werden sich immer weiter konzentrieren.

[–] seeigel@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

Desswegen wird die Elite das Spiel spielen, dass unsere Reichen reicher sein sollen als die Reichen anderer Länder, so dass unsere Reichen mithalten können.

Wir können unsere Reichen erst sozial gerecht besteuern, wenn wir selber als Bürger die wichtigen Investitionen selber tätigen. Dann lässt sich auch das Aufsaugen der Kaufkraft bequem durch Steuern kompensieren.

[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 2 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)

Ich glaube der Zug ist abgefahen. Das reichste % besitzt 1/3, die reichsten 10% insgemsamt 2/3 des Vermögens. Die müssen um jeden Preis daran festhalten und das ausbauen, so funktioniert unser Wirtschaftssystem. Die denken sie können die anderen besiegen und dann wenigstens selbst gut leben.

Das Drittel dass die anderen 90% besitzen ist auch nicht "produktiv", das sind die Häuser in denen sie wohnen und die Autos mit denen sie zur Arbeit fahren. Praktisch das Ganze Produktive Kapital wurde schon aufgesaugt, als nächstes kaufen sie Rentner mit Altersarmut aus ihren Häusern raus.

Das letzte Werkzeug dass den übrigen 90% bleibt ist ein politisches. Schon zu Zeiten von Charles Dickens haben die Reichen gesagt "Wenn ihr uns besteuern wollt dann werfen wir die Fabriken ins Meer".

[–] seeigel@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

Desswegen erst eigene Fabriken haben, bevor Steuern diskutiert werden.

Die Bindung des Vermögens ist ein Problem. Da aber die meisten mehr Geld haben als die Ärmsten, ist immer noch eine Einsparmöglichkeit vorhanden.

Ich denke das größte Problem ist der Glaube an den Erfolg. Die Reaktionen zeigen mir, dass die Mehrheit ihr Schicksal akzeptiert hat.

[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

Da beißt sich halt die Katze in den Schwanz. Mit den derzeitigen Preisen von Infrastruktur ist es den 90% nicht möglich in einem sinnvollen Zeitraum etwas aufzubauen und die Politik der EZB (Maastricht, Philips Curve) verhindert nötiges Investment.

Ich bin auch bei dir dass die Gesellschaft Produktionsmittel braucht, ich glaube der einzige Weg dahin ist aber bestehende zu demokratisieren. zB der Vorschlag von Corbin damals, das "right of first refusal".

Das wird hässlich werden, aber entweder das oder Faschismus.

[–] seeigel@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

Die 90% müssen kein Vermögen aufbauen.

Es reicht, den Cashflow zu nutzen und einen Teil davon zu investieren statt zu konsumieren. Wenn es die Konkurrenz von arbeiterfreundlichen Unternehmen gibt, wird fast jedes Unternehmen arbeiterfreundlich sein.

Die Gefahr sehe ich auch, aber hässlich muss es nicht werden. Tatsächlich kontrolliert die Wirtschaft schon durch das Lobbying die Politik, wir nennen es nur nicht Faschismus.

[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

Ja, kollektive Aktionen werden auf jeden Fall gebraucht.

Wir bauchen alles: Wir brauchen Arbeitsgenossenschaften, wir brauchen Investmentgenossenschaften, wir brauchen starke Gewerkschaften. Wir brauchen lokale Räte und Organistaionen (und Federationen auf höheren ebenen) die sich um Pflege, Kinderbetreuung, die Umwelt .. etc. kümmern.

Der leichteste Weg ist es die Ultrareichen als die Feinder der Gesellschaft zu identifizieren die sie sind. Reichtum besteuern ist nötig aber nicht hinreichend.

[–] seeigel@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Klingt leider nach Kambodscha und der Ermordung der Intelligenzia.Warum reichen Steuern nicht?

[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Ich tue mir den Kampf nicht an um das System das diese Bedingungen produziert intakt zu lassen. Das ist kein Zufall, das ist kein "exogener Schock". Das wird jedes mal nach XY Jahren wieder passieren wenn es keine strukturellen Änderungen gibt.

[–] seeigel@feddit.org 2 points 3 days ago (1 children)

Was wäre die Alternative? Jedes System hat zeitweilig Probleme.

[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 2 points 3 days ago (1 children)

Ich befürworte das Meiste was die Wirtschaft in eine demokratischere Richtung bewegt.

Arbeiter*Innen im Vorstand, Aktienpakete, Verpflichtende Gewinnbeteiligung, ... bis hin zu Right of first Refusal und vollstnädige Demokratisierung des Arbeitsplatzes.

Logisch zu Ende gedacht wird das in für mich in Parecon, aber das ist eine Utopie, zumindest Jahrzehnte entfernt. Am Weg nehme ich alles was "normale Leute" dazu bringt mehr Verantwortung und gleichzeitig mehr Beteiligung zu übernhemen.

Das wird immer noch Krisen haben, da wird es immer noch Probleme geben. Wenn alle Leute was zu melden haben, wird es aber schwieriger einzelne Gruppen zu unterdrücken.

[–] seeigel@feddit.org 2 points 3 days ago (1 children)

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Parecon

Alle Leute haben was zu melden. Freie Wahl des Wohnortes und des Arbeitsplatzes. Parecon in eigenen Unternehmen wäre ab morgen, bzw. Ablauf der Kündigungsfristen, möglich.

Es sind menschliche Gründe, die dies verhindern. Wie kommt man da weiter?

[–] SierpinskiDreieck@feddit.org 2 points 3 days ago

Wenn wir das morgen per Dekret erlassen versinkt die Welt im Chaos. Ich habe HOffnung, ich bin nicht einfach blind naiv.

Das ist eine langfristige gesellschaftliche Verwandlung die Hand in Hand gehen muss mit Änderugen in Bereichen wie Bildung, Politk, Familienleben, internationaler Politik .. usw.

Das ist ein Ziel zu dem ich finde dass es sich hinzuarbeiten lohnt. Wenn dich explizite Schritte interessieren oder welche Institutionen wir dafür bauen müssen such nach Hahnel und Michael Albert.

Das Z-magzine von Albert wird schon so geführt, es gibt auch ein paar große Unternehmen die so ähnlich operieren: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mondrag%C3%B3n_Corporaci%C3%B3n_Cooperativa Und selbst die haben Probleme.

Es gibt keine schnell-schnell Lösung für unsere Probleme. Keine Steuer, kein Gesetz, kein Bündnis löst nachhaltig unsere gesellschaftlichen Probleme. Wir brauchen MIllionenn von Lösungen auf allen Ebenen. Ich hätte gern dass uns jede Änderung resilienter macht.